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Die Dolomiten

Col de Riciogogn und Monte Sella von Sennes. ©Alfred Erardi

Dolomiten – „Bleiche Berge“

 

Die Dolomiten, die aufgrund der Farbe des Dolomitgesteins oft auch Bleiche Berge genannt werden, sind heute Teil des UNESCO-Weltnaturerbe. Für lange Zeit sind sie unerforscht geblieben und waren nur den wenigen Bewohnern der Bergtäler vertraut. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts besaß dieses Gebiet nicht einmal eine kollektive Bezeichnung. Der Name „Dolomiten“ ist also relativ neu. Vielleicht ist das der Grund, weshalb die lokale Bevölkerung die einzelnen Gipfel beim Namen nennt und nicht den Sammelbegriff „Dolomiten“ benutzt.

 

Igor Tavella, Gründer von Holimites, bekannter Sportler und Hotelunternehmer aus dem Gadertal, beschreibt wie die Einwohner dieses Berggebietes im Einklang mit der Natur leben:
Sas dla Crusc Erardi

"Als Kinder ging man in St. Leonhard zur Schule, am Fuß der majestätischen Kreuzkofel-Gruppe, mit links der Neuner- und Zehnerspitze und rechts der Lavarella- und Conturinesspitze. Auf der anderen Seite des Dorfes befindet sich der Gardenazza und, Richtung Corvara, der Sassongher. In der Schule wurden uns die Himmelsrichtungen erklärt, indem die Position der Sonne in Bezug auf die Berge beschrieben wurde, und zwar zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten. Zum Beispiel im Januar geht die Sonne hinter dem Gebirgsmassiv des Conturines auf, mit Fortschreiten des Frühlings verschiebt sich der Sonnenaufgang von der Lavarella über die Spitze des Medesc Tales und den „Ciaval“ – so nennt sich in Ladinisch die Hauptspitze der Kreuzkofel-Gruppe – bis hin zur Neunerspitze. Über dieser befindet sich die Sonne am Tag der Sommersonnenwende um 9 Uhr morgens, wenn man als Betrachtungsstandort das Dorf Wengen auswählt, über dem die Neunerspitze triumphiert. Daher auch der Name der Spitze. Nach demselben Prinzip geht die Sonne im Winter hinter dem Gardenazza unter, während sie im Sommer hinter dem Peitlerkofel versinkt.“

 

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